Eine Million Menschen demonstrieren in Ost-Berlin

Revolution 1989 – Wiedervereinigung 1990 – europäische Herausforderungen heute

Nach vier Jahrzehnten politischer Unterdrückung und staatlicher Bevormundung in fast allen Lebensbereichen fanden sehr viele DDR-Bürger im Herbst 1989 den Mut, gemeinsam gegen diese Zustände auf die Straße zu gehen. Die Massenproteste für Freiheit und politische Mitbestimmung („Wir sind das Volk!“) führten in friedlicher Weise zur Revolution: Am 09. November 1989 fiel die Mauer und die kommunistische Diktatur war am Ende.

Aber was sollte dann kommen? Eine Reform der DDR? Bald riefen die Menschen auf den Demonstrationen: „Wir sind ein Volk!“ und rückten damit die Frage der Nation in den Mittelpunkt. Nach den ersten freien Wahlen zur Volkskammer (dem Parlament der DDR) im Februar 1990 kam es rasch zu Verhandlungen zwischen den Regierungen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland über eine Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Die DDR verabschiedete keine neue Verfassung, sondern trat dem bundesdeutschen Grundgesetz bei.

Und wie reagierten die Nachbarn der beiden deutschen Staaten auf die sich anbahnende Wiederherstellung einer vereinigten und größeren Nation? Mit Deutschland als Ganzem war nach dem Zweiten Weltkrieg kein Friedensvertrag geschlossen worden, so dass die damaligen Kriegsgegner Deutschlands (die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion) noch ein Mitspracherecht hatten. Dementsprechend waren noch 380.000 Soldaten der sowjetischen Armee in der DDR stationiert. Bundeskanzler Kohl und dem bundesdeutschen Außenminister Genscher gelang es, mit den Alliierten den 2+4-Vertrag abzuschließen, der die Wiedervereinigung Deutschlands am 03. Oktober 1990 auch außenpolitisch möglich machte. Kurz danach schloss Deutschland mit Polen einen Vertrag über die Anerkennung der gegenseitigen Grenze (Oder-Neiße-Grenze).

Die ersten freien gesamtdeutschen Wahlen endeten im Dezember 1990 mit einem großen Wahlerfolg der CDU/FDP-Koalition unter Bundeskanzler Helmut Kohl. Seitdem hat sich die Demokratie in Gesamtdeutschland fest etabliert. Das bundesdeutsche Parteiensystem mit CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen setze sich weitgehend auch in den neuen Bundesländern durch. Neu hinzu kam die ehemalige kommunistische Partei, die PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus). Später formierte sie sich um und konnte sich als „DIE LINKE“ dauerhaft mit einem Schwerpunkt im Osten der Republik etablieren. Die Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit sowie andere wesentliche Grundfreiheiten wie die Freizügigkeit sind gewährleistet und werden durch Institutionen wie das Bundesverfassungsgericht geschützt. Die direkte Demokratie mit Volksabstimmungen ist bis 1998 in allen 16 Bundesländern eingeführt worden. Die Akzeptanz demokratischer Normen und Werte variierte in Deutschland regional und Unterschiede zwischen Ost und West sind noch immer spürbar.

Die Wiedervereinigung ging mit einer verstärkten Einbindung Deutschlands in die Europäische Union einher. Die „neuen“ Nachbarn Deutschlands im Osten sind wichtige Partner im Prozess der europäischen Einigung und Friedenssicherung geworden, gute wirtschaftliche sowie politische Beziehungen prägen das intensive Verhältnis zu den östlichen Nachbarn. Deutschland war eine der treibenden Kräfte bei der Osterweiterung der EU (2004). Deshalb steht Deutschland auch heute im Mittelpunkt, wenn es um die Lösung der Probleme Europas geht: Soll jede Nation seinen eigenen Weg gehen oder benötigen wir europäische Lösungen, z.B. bei der Energiewende oder der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit? Welchen Einfluss sollten das Europäische Parlament und damit über die Wahlen die Bürger Europas auf diese Entwicklungen haben?

Für eure Recherchen

Mögliche Fragen für deine Recherche:

  • Wie haben deine Eltern, Großeltern, Nachbarn die Friedliche Revolution und die Wiedervereinigung erlebt?
  • Wer engagierte sich bis wann in den neu entstehenden politischen Gruppen?

 Bild: Archiv Bundesstiftung Aufarbeitung, Fotobestand Klaus Mehner

Repräsentanten der Friedlichen Revolution erhalten Nationalpreis 2014


Der Nationalpreis wird jedes Jahr von der Deutschen Nationalstiftung verliehen. In diesem Jahr erhalten Christian Führer, Christoph Wonneberger, Uwe Schwabe und das “Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.“ den Preis.


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Ideen für den Jugendreporter Wettbewerb: Das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin


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