Bewohner aus beiden Teilen Berlins am 10. November 1989 an der Mauer am Brandenburger Tor

Reportage – Wie erzählt man Geschichte?

Was ist eine Reportage?

Im Gegensatz zur Nachrichtenmeldung ist eine Reportage weder prägnant noch schnörkellos und konzentriert sich auch nicht nur auf die journalistischen W-Fragen („Wer? Was? Wann? Wo? Warum?“). Damit sich der Leser einer Reportage in die beschriebene Situation hineinversetzen kann, sollten möglichst viele Sinne angesprochen werden: was kann man sehen, hören, riechen und fühlen?

Wie schreibe ich eine Reportage?

Eine Reportage lebt von den Handlungen und Zitaten der beschriebenen Personen, welche durch faktische Informationen gestützt werden. Beim Kommentieren von Äußerungen und Beschreibungen kann auch die eigene Meinung eingebracht werden. Üblicherweise wird in der dritten Person geschrieben, das unpersönliche Fürwort „man“ sollte dabei nicht zu häufig eingesetzt und passive Konstruktionen vollkommen vermieden werden.

Als Jugendreporter seid ihr aufgerufen, eine Textreportage mit Bildern (mit einem Umfang von 3-10 Seiten) oder eine Filmreportage (mit einer Länge von 6-12 Minuten) zu erstellen. Im Folgenden findet ihr Beispiele für Text- und Filmreportagen, von denen ihr euch inspirieren lassen könnt.

Wie erzählt man die Geschichte von der Friedlichen Revolution bis heute?

Wenn ihr z.B. Geschichten aus den letzten 25 Jahren, die ihr von z.B. euren Eltern gehört habt, aufschreibt, so ist dies noch nicht die „Geschichte“ Deutschlands seit 1989. Ihr solltet deshalb versuchen, die Einzelberichte in die damalige Zeit einzubetten, damit der Leser erkennen kann, ob es sich um eine exemplarische Geschichte oder aber vielleicht um einen Sonderfall handelt. Um euch die Arbeit zu erleichtern, sind zu fünf Themenbereichen Hintergrundinformationen zur historischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte im Onlinemagazin eingestellt. Dort finden sich auch weiterführende Links, um sich noch mehr zu informieren.

Gleichzeitig trefft ihr mit eurer Entscheidung, was ihr für wichtig oder nicht so wichtig haltet, eine Auswahl, was berichtet werden soll. Über die Entscheidung, warum man etwas für wichtig oder nicht hält, sollte man einen Moment nachdenken.

Um die Vergangenheit mit Hilfe einer Reportage wieder lebendig werden zu lassen, solltet ihr versuchen, unterschiedliche Blickwinkel der damals Beteiligten einzunehmen. Dann lassen sich das zeitgenössische Handeln und die historischen Veränderungen besser erklären und beurteilen. Es darf und soll ruhig von eurer Seite eine Bilanz der Entwicklung der letzten 25 Jahre gezogen werden, wenn ihr euch auf die Suche nach den Herausforderungen und Erfolgen macht.

Eine Geschichte/ Story kann beispielsweise erzählt werden anhand

  • eines/ mehrerer Lebenswege;
  • des Wandels eines bestimmten Ortes (Haus/ Dorf/ Stadtviertel/ Schule/ Betrieb);
  • einer Idee/ Hoffnung: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Gleichheit, Glück.


Bild: SZ Photo/Lehnartz, Klaus, 10.11.1989